Stadionbau

Stadionbau PDFDruckenE-Mail

Sportplatz und Tribünenbau hört sich beim SC Pfullendorf an wie die "Unendliche Geschichte"! Der alter Sportplatz, worauf die ersten Mannschaften ihre Spiele austrugen, war viel zu klein und befand sich an der Stelle, wo heute das Linzgau-Center steht.

1931 ging man an eine Erweiterung des Platzes und nachdem auch das letzte vorhandene Fleckchen Erde ausgenutzt worden war, hatte der Platz ein Spielfeld von 91 Metern Länge und gerade mal 53 Metern Breite. Schauen wir heute in das Regelheft, so entsprach der Platz gerade mal den erforderlichen Mindestmaßen von 90 x 45 m.

Am 25. September 1955 erfolgte der Umzug ins Tiefental und die feierliche Übergabe des ersten Waldstadions, dass mit der Mehrheit seiner Ausdehnung auf
arena5 dem heutigen Schwimmbadgelände lag. Gleichzeitig damit fand auch eine feierliche Fahnenweihe statt. Das Hauptspiel fand zwischen den 1. Amateurligamannschaften VfB Friedrichshafen und VfR Stockach (4:1) statt.

Am Tag der Einweihung zogen die Vereine mit den Fahnen unter klingendem Spiel hinaus zum neuen Stadion, wo sich Hunderte von Zuschauern eingefunden hatten. Ihnen allen bot sich eine Anlage, die in den Wald eingebettet und nach der Stadt hin geöffnet, eine ideale Übungsstätte darstellte. Von den festen Sitzplätzen auf der Anhöhe an der Südseite bot sich ein Überblick über die ganze Anlage.

Wenn der Platz bei der Einweihung auch mit großen Komplimenten überschüttet wurde, boten sich doch bald die ersten Mängel dar. Die ungenügende Drainage mußte unbedingt eine Änderung herbeiführen. Damit ging es an die Planungen eines neuen Sportgeländes.

1962/1963 zog man auf ein Ausweichgelände um (heute Parkplatz der Firma Geberit), damit im Tiefental die Sportanlagen neu gebaut werden konnten. Nach den bitteren Jahren des "Theuerbach-Provisiorums" konnte 1965 auf den neuerstellten Hartplatz ins Tiefental zurückgekehrt werden.

Einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte stellt die Einweihung des Waldstadions mit den entsprechenden Umkleidekabinen vom 4. bis 7. August 1967 dar. Letztere wurden in über 2.700 freiweilligen Arbeitsstunden durch Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins erstellt. Sportlicher Höhepunkt der Festwoche war das Auftreten der Weltmeister von 1954 Fritz Walter, Liebrich, Eckel, Erhardt u.a. gegen die Alten Herren des SC Pfullendorf.

Auf Drängen des Spielausschußvorsitzenden H.-H. Krane und des 1. Vorsitzenden M. Walk wurden im Frühjahr 1975 Überlegungen angestellt, in diesem Stadion eine Tribüne zu erstellen. Außerdem wurde in diesem Jahr auch das Sportgelände erweitert und der Jugendplatz gebaut.

Nachdem die Planarbeiten abgeschlossen waren und die Finanzierung stand, erfolgte am 30. April 1976 durch Bürgermeister Hans Ruck und den 1. Vorsitzenden Manfred Walk der erste Spatenstich. Nach fast 15monatiger Bauzeit, wobei 95 freiwillige Helfer uneigennützig in fast 10.000 freiwilligen Arbeitsstunden mithalfen, wurde die Tribüne mit 432 überdachten Sitzplätzen am 8. Juli 1977 eingeweiht. Zu dem Neubau gehörten vier Umkleidekabinen, zwei Dusch- und zwei WC-Räume, sowie ein Gastraum mit kleinem Nebenzimmer, der ca. 100 Gästen Platz bot.

Der sportliche Höhepunkt der Einweihung war das Spiel gegen den TSV 1860 München, der als Wiederaufsteiger in die Bundesliga ins Waldstadion kam. Über 2.000 Zuschauer hatten sich zu diesem Spektakel eingefunden. Aber wie es halt immer so ist, bei der Einweihung einer solchen Anlage spricht man vom Optimalsten, von einem Bauwerk für Jahrzehnte. Aber der Verein wuchs, die 1. Mannschaft spielte in der Oberliga, insgesamt nehmen teilweise 13 Mannschaften am Spielbetrieb teil. Handlungsbedarf war angesagt, denn alles war viel zu klein geworden.

Nachdem 1983 ein weiterer Rasenplatz, dass sogenannte "Käfigstadion" dazukam, wurden Ende der achtziger Jahre die Überlegungen abgeschlossen und der
arena6 Tribünenumbau in die Tat umgesetzt. Kaum war das letzte Spiel der Saison 88/89 zu Ende gegangen, wurde Mitte Mai begonnen, die Zuschauertribüne komplett abzureißen.

Die Pfeiler, auf dem der gesamte Gebäudekomplex statisch aufliegt, wurden bis zu sieben Meter unterfangen. Nach der Fertigstellung des 1.400 Kubikmeter umbauten Raumes mußte die unveränderte 432 Sitzplätze beinhaltende Tribüne wieder neu erstellt werden.

In einer Bauzeit von 14 Monaten wurden im Untergeschoß der Zuschauertribüne der Umkleidetrakt der bisher 145 qm hatte auf 320 qm erweitert. Dieser gesamte Bauabschnitt bestand nun aus zwei Umkleidekabinen für die Aktiven und vier für die Jugendmannschaften mit den jeweils dazugehörigen Dusch- und Sanitäranlagen. Kompletiert wurde das ganze durch einen Geräteraum, einen Ball- und Trikotraum, eine großzügig gestaltete Schiedsrichterkabine, einen Sanitätsraum und zusätzlichen Toilettenanlagen. Herzstück der Anlage ist der Installationsraum, der die komplette Haustechnik enthält. Eine Sauna und ein Hausmeisterraum vervollständigten die Räumlichkeiten.

Im oberen Bereich wurde ein Teil der Umkleidekabinen, wie auch ein Teil des Wirtschaftsraumes umgebaut. Dieser Umbau diente in erster Linie dazu, einen großen Schulungsraum für Mannschaftsbesprechungen und Pressekonferenzen zu schaffen. Dieser Raum wird vom Pächter als zusätzliches Nebenzimmer genutzt. Überdies kam ein großer Lagerraum und die völlige Erneuerung der Toilettenanlagen dazu. Intergriert hat man außerdem auch die schon längst benötigte Geschäftsstelle. Sehr sinnvoll nach außen wurde die neue Sprecherkabine angeordnet, die dem Stadionansager einen ausgezeichneten Überblick auf das Spielgeschehen gewährt.

Allen sei an dieser Stelle noch einmal gedankt, die bei de Bauaktivitäten des Sportclubs in den letzten Jahrzehnten das ihre beitrugen. Sei es die Stadt Pfullendorf mit dem Gemeinderat und ihren sportfreundlichen Bürgermeistern Hans Ruck und Hartmuth Dinter, seien es die vielen Firmen und Handwerker, die ihr entsprechendes Scherflein mit beigetragen haben, seien es die Initiatoren, allen voran Manfred Walk und Hans-Hermann Krane oder aber die vielen freiwilligen Helfern, die unentgeltlich und mit viel Engagement in vielen tausend Arbeitsstunden das ihre taten.

Dieses zunächst letzte Bauwerk des SCP hat die Weichen für den Verein in das "nächste Jahrtausend" gestellt.

Quelle: "75 Jahre Fußball in Pfullendorf",
Festschrift zum 75jährigen Jubiläum des Sport-Club Pfullendorf e.V. 1994


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