"Eine unbezahlbare Erfahrung."

Ex-Spieler-, Trainer-, und Funktionär des SCP, Marco Konrad (46) schloss den Fußball-Lehrer-Lehrgang erfolgreich ab. Nach seiner Zeit als Trainer beim SCP (2016-2019) heuerte er als Trainer des bayerischen Regionalligsten, FV Illertissen an. Im Juni 2020 startete er gemeinsam mit 24 Mitstreitern, u.a. mit Weltmeister Miroslav Klose, in den Fußball-Lehrer Lehrgang der DFB-Akademie in Hennef. 

Marco, herzlichen Glückwunsch zur Pro-Lizenz. Hast du damit gerechnet die Chance zu erhalten, den Lehrgang bestreiten zu dürfen?

"Vielen Dank. Aufgrund der großen Bewerberzahl und den vielen bekannten Namen beim Eignungstest, war meine Erwartung zum Zug zu kommen relativ gering - da es zudem meine erste Bewerbung war habe ich mich sehr über die Zusage gefreut."

Viele deiner Mitstreiter arbeiten bereits heute im Profifußball. War es schwierig Fuß zu fassen?

"Ganz im Gegenteil. Mein Alter und meine Erfahrungen aus dem pädagogischen- und fußballerischen Bereich haben dazu geführt das ich schnell akzeptiert wurde. Außerdem durfte ich die Rolle des Lehrgangssprechers ausüben, was ich als besondere Ehre empfand. Die Teilnehmer haben sich sehr gut ergänzt, dass hat dazu geführt das schnell eine Gemeinschaft entstand, trotz der schwierigen Corona-bedingten Situation."

Welche Eindrücke und Inspirationen bleiben dir besonders in Erinnerung?

"Unzählige! Aus Gesprächen, auf dem Trainingsplatz, aus Calls und Meetings mit Experten wie: Ralf Rangnick, Florian Kohfeldt, Roger Schmidt, Martina Voss Tecklenburg, Stefan Kuntz, Fredi Bobic und weiteren Experten aus dem Fußball. Darüber hinaus haben unsere Ausbilder einen Rahmen geschaffen, in dem jeder sein Wissen für sich selbst nochmal besser strukturieren konnte, was erheblich zur Persönlichkeitsentwicklung beitrug. Alles in allem war es eine unvergessliche Zeit, in der ganz viele Verbindungen entstanden sind."

Im Mai diesen Jahrs war es dann soweit und der Lehrgang wurde von allen Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen. Wie stolz bist du diese Auszeichnung nun tragen zu dürfen?

"Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Pro Lizenz erworben habe. Stolz ist so ein Wort. Ich fühle mich eher in vielen Dingen bestätigt. Durch den Lehrgang und in diesem Umfeld konnte ich jeden Tag neue Bereiche in mir entdecken und entwickeln, die mir zukünftig helfen werden. Es überwiegt die Dankbarkeit mit besonderen Menschen einen gemeinsamen Weg gegangen zu sein, der geprägt war von Respekt, Offenheit, Vertrauen und Lernbereitschaft."

Die Vorjahrsteilnehmer arbeiten heute nahezu alle im Profifußball. Wo siehst du dich in fünf Jahren?

"Es kommt wie es kommt. So ist es mein ganzes Leben gewesen. Und dieses Jahr hat mir nochmals gezeigt, dass es entscheidend ist, im Hier und Jetzt zu leben. Dann kommt Alles von ganz allein. Insofern konzentriere ich mich auf meine Aufgabe beim FV Illertissen und versuche wie in der Vergangenheit auch dort mein Bestes zu geben, damit sich Erfolg einstellen kann."

Beim SC Pfullendorf drücken dir alle für eine erfolgreiche Trainerkarriere die Daumen. Deine Söhne, Jan & Tim spielen ebenfalls für den SCP. Wie schwer ist es weiterhin nah am SCP zu sein, gleichzeitig aber das Traineramt eines Regionalligisten auszuüben? 

"Pandemiebedingt lag mein Fokus seit Beginn meiner Trainertätigkeit in der Regionalliga Bayern auf der Fußballlehrerausbildung. Da auch in Südbaden der Spielbetrieb unterbrochen war, hielt sich die Nähe zum SCP in Grenzen. Allerdings bin ich gern im Tiefental und schau den Jungs bei den Spielen zu. Und da kann ich das Wort stolz dann gern benutzen, da auch Jan und Tim in meinen Augen etwas Besonderes sind, jeder auf seine Art."

Als Spieler warst du neben deinen Stationen in Ulm und Ravensburg, über 250-mal für den SCP am Ball (2001-2009). Als der Verein sich 2016 neu strukturieren musste, warst du, unter anderem, eine der handelnden Personen. Neben deiner Tätigkeit als Trainer der 1. Mannschaft, gelang es dir gemeinsam mit deinen Vorstandskollegen den Verein sowohl sportlich, aber auch wirtschaftlich in ruhigeres Gewässer zu fahren. Wie viel Kraft hat es dich diese Zeit gekostet und wie stolz bist du darauf die jüngsten Erfolge mit in die Wege geleitet zu haben?

"Meine letzte Zeit Tätigkeit beim SCP war sehr intensiv. Ich konnte in dieser Zeit unbezahlbare Erfahrungen sammeln, auch wenn diese mich ein paar graue Haare gekostet hat. (schmunzelt) Ich denk jedoch gerne daran zurück, vor allem weil die Zusammenarbeit mit Marko Barlecaj, Ralf- und Robert Hermanutz, Kai Sautter, Josef Hatzing, Adnan Sijaric (um nur ein paar zu nennen) trotz der Schwierigkeiten sehr freundschaftlich, kollegial, lösungs- und zielorientiert war. Man darf sagen, dass der SCP wieder gut dasteht und auch eine gewisse Kontinuität und Ruhe eingekehrt ist - das ist sehr wichtig. Persönlich überwiegt weniger der Stolz als vielmehr die Freude und Überzeugung, dass im Linzgau wieder Talente ihren Weg gehen können."

Henry Keller 

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